Als 1991 die Fahrzeuge der ehemaligen Deutschen Volkspolizei aus den Bestand der Thüringer Polizeiinspektionen ausgesondert wurden, fanden sich Männer, die ein Stück Geschichte bewahren wollten. Ausnahmslos waren es Verkehrspolizisten, die am Hermsdorfer Kreuz stationiert waren. Der damalige Leiter der Autobahnpolizei Peter Oertel und sein Schirrmeister Günter Bräutigam hatten bei einer Versteigerung einen echten Coup gelandet. Ein B 1000 aus dem Bestand der Autobahnpolizei Hermsdorf sollte versteigert werden. Es handelte sich dabei um ein Fahrzeug, das gerade von einer Hauptinstandsetzung kam. Voll ausgerüstet mit einem Verkehrsradargerät, dem gesamten Equipment zur Verkehrsunfallaufnahme, Schreibmaschine, Lampen und Verkehrssicherungstechnik der damaligen Zeit, konnte das Fahrzeug für 700,-DM ersteigert werden. Das war der Grundstock für einen in den nächsten Jahren immer größer werdenden Fuhrpark. Ein Barkas FRAMO, ein Wartburg AWE 353, (Der FRAMO und der Wartburg wurden vollständig zerlegt, und verschlissene Teile durch Neuteile ersetzt oder nachgebaut.), ein Shiguli WAS 2101. Motorräder vom Typ ES 250 in Kampfgruppenausführung sowie eine ETZ 250/1 gehören genauso wie ein vollausgestatteter Versorgungs- / Verkaufswagen zum Bestand. Eine Kompaniefeldküche der Volkspolizei-Bereitschaften ist sehr frühzeitig in das Eigentum der nunmehr gegründeten Interessengemeinschaft übergegangen. Es sprach sich schnell herum, dass bei Umzügen nicht nur die Fahrzeuge zu haben waren, sondern auch gleich die in Originaluniformen der Verkehrspolizei der DDR agierenden Protagonisten.
Viele Vereine nutzten die Möglichkeit, für ihre Feste die Feldküche auszuleihen. Im Thüringer Landtag, bei großen Festumzügen im Umfeld und darüber hinaus waren die sich in einem top Zustand befindlichen Fahrzeuge der „Hingucker“. Mittlerweile war aus der Interessengemeinschaft ein Verein i.G. geworden. Der damalige Thüringer Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel hatte selbst in den historischen Fahrzeugen Platz genommen und das Engagement gelobt. Auch sein Nachfolger, der Ministerpräsident Dieter Althaus, überzeugte sich mehrmals vom Arbeitsstand des Vereines. Dieter Althaus brachte seine Wertschätzung darin zum Ausdruck, dass er den Thüringer Innenminister Dr. Karl Heinz Gasser bei einem Tag der offenen Tür in Hermsdorf bat: „Unterstützen sie mir den Verein.“. Auch die Vorgänger von Dr. Gasser, Andreas Trautvetter, Christian Köckert und Dr. Richard Dewes haben dem Verein immer eine große Wertschätzung gezollt. Durch zwei Jenaer Polizeidirektoren, deren Behörde die Dienstaufsicht über die Autobahnpolizei Hermsdorf hatte, ist die Vereinsarbeit sehr wohlwollend gesehen und unterstützt worden. Der Leitende Polizeidirektor Frank Schnaubert (kam aus Hessen als Kriminaloberrat 1991 zur Thüringer Polizei) war selbst Mitglied in der Interessengemeinschaft. Manch 100,- DM Schein aus seiner Brieftasche wanderte in die Vereinskasse, um Ersatzteile kaufen zu können. Die Garagen, in denen die Fahrzeuge untergestellt waren, wurden durch seine Weisung ebenso wie die Wartungshallen zur Verfügung gestellt. Als 1999 ein Wechsel an der Spitze der Polizeidirektion Jena stattfand, hatte der Verein auch im neuen, aus Niederbayern stammenden Leitenden Polizeidirektor Rüdiger Schrehard wieder einen Freund gefunden, der auch regelmäßig an den Vereinsveranstaltungen teilnahm. In seiner Amtszeit wurde ein Mietvertrag inklusive der freizügigen Nutzung der Wartungs- und Instandsetzungsmöglichkeiten im Objekt der Autobahnpolizei Hermsdorf abgeschlossen. Da der Verein, der nunmehr das “e.V“ im Namen trug, sich sehr für die Öffentlichkeitsarbeit der Thüringer Polizei engagierte, war der Mietzins eher symbolisch in einer Höhe zu entrichten, die aus der einzigen Einnahmequelle, den Mitgliedsbeiträgen, bestritten werden konnte. Als im August 2006 Rüdiger Schrehard völlig überraschend zum Innenministerium abkommandiert wurde, begann das „Spießrutenlaufen“ für den Verein. Es wurde nun verfügt, dass der Mietvertrag mit dem Verein gekündigt wird. Ein neuer Vertrag sollte abgeschlossen werden. Der dort vorgesehene Mietzins überstieg die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge erheblich und war jenseits von Gut und Böse angesiedelt. Deshalb wurde ein neuer Mietvertrag durch den Verein abgelehnt. Als auch noch der Erste Polizeihauptkommissar Peter Oertel nach 15 Jahren als Dienststellenleiter im Mai 2007 das Hermsdorfer Kreuz verließ, war die Vereinsarbeit eine Zeit lang zum Erliegen gekommen. Im neuen Amt als Leiter der Stadtrodaer Polizeiinspektion hatte Peter Oertel nun lediglich noch in Günter Bräutigam, Uwe Anderle sowie weiteren Bandmitgliedern und Torsten Hering personelle Unterstützung, was die Vereinsarbeit betraf. In dieser Zeit haben besonders Mike Enke, Wolfgang Fiedler und Wolfgang Poßögel moralische und tatkräftige Unterstützung gegeben. Der Sitz des Vereines wurde nun nach Quirla verlegt. Die dortige Gemeindeverwaltung nahm die „Gestrandeten“ wohlwollend auf. Auch war eine Lösung für die Fahrzeuge gefunden. Ein Fleischermeister aus Bollberg bot die vorübergehende Unterstellung in einer Halle an. In einer Mitgliederversammlung im September 2007 kam die endgültige Lösung. Ein mittelständiges Bauunternehmen aus Hermsdorf, dessen Firmenchef Vereinsmitglied ist, stellte sowohl eine Halle für alle Fahrzeuge, als auch ein kleines Haus als Vereinslokal zur Verfügung. Anfang 2008 wird der Umzug sein. Bis dorthin wurde mit dem Abteilungsleiter Polizei im Thüringer Innenministerium Aufschub ausgehandelt, indem de facto der alte Mietvertrag bis zum Auszug / Umzug gilt. Mit dem Führungswechsel bei der Autobahnpolizei in Hermsdorf wurde jegliche Form von Vereinsaktivität untersagt. Die Bereitstellung eines Fahrzeuges des Vereines für das Unternehmen Jenoptik brachte für Günter Bräutigam im Oktober 2007 Ärger mit seinem neuen Chef. Da er sich vor der Verladung auf einen Autotransporter gewagt hatte, den Staub vom Fahrzeug abspritzen zu lassen, witterte man Ungemach und reagierte entsprechend. Als Blickfang hatte Jenoptik schon seit Jahren ein Vereinsfahrzeug für den Präsentationsstand des Konzerns im Rahmen der langen Nacht der Wissenschaften nach Jena geordert. Nunmehr hat sich der Verein in seiner Gesamtheit von den Tiefschlägen erholt und hat sogar einige neue Mitglieder aufgenommen. Es wurden aber auch Mitgliedschaften beendet.
Prominente Mitglieder sind: - Wolfgang Fiedler (MdL) aus Tröbnitz - Abgeordneter im Thüringer Landtag - Studiendirektor i.R. Odo Birke aus Niederndorf - ehemaliger Schulleiter Gera - Wolfgang Nimtz aus Klettbach - Geschäftsführer der Joschu-Verkehrstechnik GmbH - Wolfgang Poßögel aus Hermsdorf - Seniorchef der Firmengruppe Poßögel - Ralf Poßögel aus Hermsdorf - Geschäftsführer der Firmengruppe Poßögel - Helmut Weber aus Kösnitz - Geschäftsführer der Dachdeckerfirma Weber - Mike Enke Hermsdorf - Inhaber Autohaus M & M Enke
Die Vereinsarbeit wird durch Sachhilfe, Spenden und Bereitstellung von Fahrzeugen außerdem unterstützt von:
- Geschäftsführer der VAG Autohaus Fischer GmbH Jena - Kreishandwerksmeister Rolf Fischer aus Jena - Bereichsleiter Firmenkunden des VAG Autohaus Fischer GmbH, Uwe Fischer aus Jena - Jörg Milker Geschäftsführer der Autolackiererei Milker, Hermsdorf - Siegfried Grunewald, Inhaber der ABC Werbung aus Stadtroda
Zum Verein gehört die Show Band „Schwarz – Rot“.
Das Grundanliegen des Vereines ist die Pflege des Brauchtums im Holzland. Vielfältige Veranstaltungen werden unterstützt. So finden jährlich zu Christi Himmelfahrt die beliebten Vatertagstouren statt. Sowohl musikalisch als auch anderweitig sind Veranstaltungen zum Maibaumsetzen im Programm. Sehr beliebt sind die Reisen nach Südtirol zum Open Air der Kastelruther Spatzen in Kastelruth. Festumzüge werden von Mitgliedern des Vereines eben so unterstützt wie auch die Veranstaltungen für Kinder mit dem verkehrserzieherischen Hintergrund, die immer großen Anklang in den Dörfern fanden. Die Geselligkeit steht aber immer im Vordergrund. Drei Jahre in Folge waren die Vereinsfahrzeuge in der Goethe - Galerie in Jena mehrere Tage ausgestellt. Auch zu Verkehrssicherheitstagen auf dem Jenaer Marktplatz konnten die Vereinsfahrzeuge bereits mehrmals besichtigt werden. Durch den Herrn MdL Wolfgang Fiedler sind so manche Hürden auf ein recht niedriges Niveau gebracht worden. Unermüdlich hat er sich dafür eingesetzt, dass der Verein bekannt wurde und auch auf eine Reputation in der Öffentlichkeit verweisen kann. An dieser Stelle soll Wolfgang Fiedler herzlicher Dank ausgesprochen werden. Ohne das Bauunternehmen Poßögel wäre der Transport der Fahrzeuge zu Umzügen nicht möglich. Aus dem Fuhrpark dieser Firma werden regelmäßig PKW Transport-Anhänger und Zugfahrzeuge bereitgestellt. Ebenso wird durch die Jenaer Firma VAG Autohaus Fischer GmbH durch die Bereitstellung von Kleinbussen der Transport von Mitwirkenden des Vereines bei auswärtigen Veranstaltungen unterstützt. An dieser Stelle soll all den Firmen und Privatpersonen gedankt werden, die über viele Jahre dafür gesorgt haben, dass der Verein überlebensfähig bleibt.
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